2.3 Welche Pferde haben eine Disposition  zum Koppen?

2.3 Welche Pferde haben eine Disposition?

 

Heutzutage schaut man zum Glück größtenteils auf die Ursachen dieser Unart, so dass man feststellen konnte, dass bestimmte Pferderassen, besonders jene mit viel Vollblutanteil, zum Koppen neigen. Meist handelt es sich um sensible, blütige Pferde, die schnell nervös werden und auch in Stress-Situationen unsicher werden. Jeder Unstimmigkeit oder Veränderung im Leben, jeder Aufregung versuchen sie, mit dem Koppen zu kompensieren.

 

Bei den Untersuchungen von koppenden Pferden ist festgestellt worden, dass sie sich das Koppen auch abschauen können, wenn die Disposition dafür vorhanden ist. Außerdem hat man herausgefunden, dass die gefürchteten Koliken nicht vom Koppen kommen, sondern dass diese Tiere vermehrt zu Magengeschwüren und allgemein empfindlichen Mägen neigen. Außerdem koppen rein im Stall gehaltene Tiere, die mit viel Kraftfutter gefüttert werden meist mehr, als Offenstallpferde oder Pferde in Gruppenauslaufhaltung. Viele Kopper haben ein empfindliches Fell und scheinen übersäuert zu sein. Übersäuerung wiederum führt zu Unwohlsein und noch mehr Stress. Es ist auch berichtet worden, dass Kopper deutlich mehr Speichel produzieren, als andere Pferde. Dies ist besonders unter dem Aspekt der reinen Stallhaltung interessant, bei denen oft relativ wenig Zeit mit Fressen verbracht werden kann, da das Kraftfutter zu konzentriert ist und die Wiesen von denen Heu gemacht werden, überdüngt sind. Dadurch werden die Tiere schnell fett, wenn sie die für ihr körperliches Wohlbefinden benötigte Menge an Raufutter bekommen.

Dr. Romanazzi beschreibt dieses wie folgt: „Neben der erwähnten Stressbewältigung, liegt ein Vorteil beim Koppen in der vermehrten Produktion von Speichel. In der Natur fressen die Pferde ca. 18 Stunden am Tag. Sie sind also lange beschäftigt mit Kauen und somit auch mit der Produktion von Speichel. Speichel beinhaltet Stoffe, die im Magen benötigt werden. Das sind zum einen Mineralstoffe, zum anderen Bikarbonate, welche den pH-Wert des Magens positiv beeinflussen. Eine genügend große Menge ist daher die erste Voraussetzung für eine reibungslose Verdauung.“ (vgl. Romanazzi, 2012, S. 20)

 

Aufgrund des Magenaufbaus von Pferden, bekommen diese bereits nach sechs- bis siebenstündiger Futterabstinenz die ersten Anzeichen von Magengeschwüren. Bei dann fortgeführter tiergerechter Fütterung verschwinden diese zwar auch sehr schnell wieder. Aber: bei konstanter Fehlfütterung leiden die Pferde natürlich ständig unter Schmerzen und Magengeschwüren. Dieses beeinflusst dann wiederum die Psyche des Pferdes an. Es fühlt sich Tag und Nacht unwohl.

Fortsetzung folgt...........

 

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