7. Kapitel Zusammenfassung

Die tierheilkundliche Behandlung von koppenden Pferden steckt teilweise noch in den Kinderschuhen. Erst seit relativ kurzer Zeit, also etwa seit 50 Jahren werden Pferde fast ausschließlich als Sport- und Freizeitpartner behandelt. In früheren Jahren haben die Pferde viele Stunden mehr gearbeitet, so dass es seltener zu Stereotypen wie Koppen, Weben oder Ähnlichem kam. Die Tiere leisteten täglich viele Stunden vor dem Pflug, dem Wagen oder unter beim Militärdienst ab.

 

Auch war die Einstellung damals eine andere, wie Herbert Puttfarken erzählte: „Meine Großeltern hatten die Devise: bei der Arbeit koppt das Pferd nicht, also lass es koppen“. (vgl., Drewes, Blobel, 2000, S.32)

 

 

 

Eine artgerechte Behandlung und Haltung, also „Denken wie ein Pferd“, muss das Bestreben des Halters und des Behandelnden sein. Es ist die Grundlage jeder Therapie bei Verhaltensauffälligkeiten beim Pferd. Denn mit dem atypischen Verhalten zeigt das Pferd, dass es unglücklich ist.

 

Tiere sind nach dem deutschen Gesetz erst seit 1990 keine „Sachen“ mehr, werden rechtlich aber noch wie solche behandelt. Sie sind also bis vor Kurzem noch wie ein Möbelstück oder Accessoire behandelt worden. In jüngster Zeit verstärkt sich aber weitverbreitet die Auffassung, dass auch Tiere eine Seele und Gefühle haben. Daraus ergibt sich erfreulicherweise, dass Tierbesitzer auf der einen Seite aufhören, diese Lebewesen zu stark zu vermenschlichen, auf der anderen Seite wird auch tiergerechter gehandelt. In der Hoffnung, dass diese positive Entwicklung schnell voranschreitet, sehe ich, dass koppende und anderweitig verhaltensauffällige Pferde und Tiere aller Art eine Chance bekommen, ein würdiges und artgerechtes Leben zu führen.

 

 

 

 

 

Nicht das Pferd sollte ein „Menschenpferd“ sein, sondern der Mensch ein „Pferdemensch“!